Eltern + Familie

Windeln und Babyfläschen mit Milch

Die Familie als wichtigstes Lebensumfeld.

Die einschneidenden politischen Veränderungen der letzten Jahre haben in Bulgarien ihre Spuren hinterlassen. Die Ausgaben für Soziales sowie für das Gesundheitswesen wurden mehrmals drastisch gekürzt. Viele Menschen haben keine Arbeit und erfahren in problematischen Lebenssituationen keine Hilfe.

Gerade Familien stehen daher vor enormen Herausforderungen. Wenn Eltern ihre berufliche Stellung verlieren, ein Kind gar mit einer Behinderung oder als Frühgeborenes zur Welt kommt, werden die Betroffenen häufig alleingelassen – auch emotional.

Kindern die eigene Familie bewahren.

Doch eine Familie ist durch nichts zu ersetzen. Sie bietet Kindern das wertvollste Umfeld für einen starken und gesunden Start ins Leben. In unserer Service-Stelle in Sofia treffen hilfesuchende Eltern auf persönliche Ansprechpartner, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen – zum Beispiel bei Behördengängen, im Krankheitsfall sowie bei kleinen und großen Belangen des Alltags.

Nur so kann es gelingen, den Zusammenhalt der Familie zu bewahren. Von jeher legte die Stiftung Prijateli 2006 darauf größte Aufmerksamkeit. Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Jede kleine Erfolgsgeschichte erfüllt uns mit Stolz und ist der schönste Ansporn für unsere Arbeit.

Hilfe für Eltern eines behinderten Kindes.

In Deutschland hat sich heute ein entsprechendes Bewusstsein für behinderte Menschen durchgesetzt. Noch vor Jahrzehnten wurden Betroffene seitens der Gesellschaft mitunter komplett ignoriert. Man wollte mit ihnen buchstäblich „nichts zu tun haben.“ Heute erfahren Behinderte und ihre Angehörigen in vielen Bereichen des Lebens Solidarität und individuelle Förderung.

Ganz anders in Bulgarien. Aufgrund der sozial angespannten Umstände gibt es kaum eine Affinität für Menschen in solchen Situationen. So sieht man beispielweise im Straßenbild der Hauptstadt Sofia praktisch nirgendwo behinderte Menschen. Eltern trennen sich oft von ihren behinderten Kindern, da sie keinerlei Unterstützung erhalten, ausgegrenzt werden und mit ihrer Aufgabe als Vater und Mutter gänzlich überfordert sind. Zum Teil raten bereits die Ärzte unmittelbar nach einer Geburt, ein behindertes Kind in einer öffentlichen Einrichtung unterzubringen – eine Situation, die betroffene Eltern hilflos macht. Bedingungen wie diese können wir uns in Deutschland kaum mehr vorstellen.

Die Stiftung Prijateli 2006 hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche Familien zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit Partnern wie der Aktion Mensch sowie Ärzten und Hebammen vor Ort beraten wir bereits schwangere Frauen, die ein behindertes Kind erwarten. Damit helfen wir Betroffenen, ihre Situation zu meistern.

Details dazu erfahren Sie von unseren Vorstandsmitgliedern.

Hilfe für Eltern frühgeborener Kinder.

Frühchen
Unser neues Modellprojekt seit Juni 2017

Die Zusammenarbeit mit Behörden und Krankenhäusern öffnete der Stiftung Prijateli 2006 den Zugang zu Geburtskliniken in Sofia. Die in Bulgarien auffallend hohe Zahl von Frühgeborenen hängt mit der mittlerweile häufig angewandten „In-Vitro-Fertilisation“ zusammen. Diese hat überdurchschnittlich viele Mehrlingsschwangerschaften zur Folge, die wiederum vermehrt mit einer viel zu frühen Geburt enden. Die Säuglinge liegen dann im Inkubator auf der Intensivstation. Die Mütter haben oft große Schwierigkeiten, ihr Neugeborenes auf den Arm zu nehmen oder anzulegen. Die Väter haben häufig noch größere Hemmungen.

Bewusstsein und Hilfe von Anfang an.

Die Eltern benötigen Information sowie Aufklärung im Umgang mit ihrem Neugeborenen. Die Stiftung Prijateli 2006 bietet den betroffenen Eltern auf Vorschlag der jeweiligen Klinik ihre Hilfe an. Wir halten Kontakt zu den Eltern und begleiten sie auf Wunsch auch langfristig.

Wertvoller Austausch von Wissen und Erfahrung.

Seit November 2014 bestehen Kontakte zwischen der Kinderklinik Marburg des UKGM unter Prof. Dr. Rolf Maier und der städtischen Klinik Sheynovo mit dem ärztlichen Direktor Dr. Rumen Velev. Inzwischen ist auch die Universitätskinderklinik Sofia zu dem Kreis der Kooperationspartner gestoßen. Damit kümmert sich die Stiftung Prijateli 2006 auf den unterschiedlichen Fachgebieten Psychologie/Pädagogik und Medizin um die schwierige Situation frühgeborener Kinder und ihrer Eltern.

Details zu unserem Engagement für die Eltern Frühgeborener erfahren Sie von unseren Vorstandsmitgliedern.


Aktuelles

, Sofia

Frühstart Leben

Frühchen
Diakonie, einer unser Kooperationspartner

Das Modellprojekt „Frühstart Leben“, welches eine Frühförderung für Früh- und Risikoneugeborene und ihrer Familien in Sofia vorsieht, ist unter großer medialer Aufmerksamkeit gestartet.

Eingebunden vor Ort ist die Sheinovo Geburtsklinik unter Dr. Rumen Velev (Direktor). Das Projekt sieht u.a. eine Schulung beim Klinik- und Betreuungpersonal, sowie die ambulante Betreuung von Eltern mit Frühchen durch eine Hebamme und einen Sozialarbeiterfachkraft vor.

Unsere Frühförderkraft Madlen Eftimova betreut als Sozialarbeiterfachkraft betroffenen Familien. Sie ist eingebunden in ein interdisziplinäres Netzwerk aus Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen.

Weitere Informationen zu unserem Modellprojekt finden Sie auf der Projektseite des DW Frankfurt und in dem Flyer „Frühstart Leben“ (PDF, 2 MB).

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